Kriminelle nutzen fremde Computer zum Schürfen von Kryp­to­wäh­run­gen

Kraptojacking - was ist das eigentlich?

©ProPK

Anstatt viel Geld in teure Mi­ning-Hard­ware zu investieren, versuchen Kriminelle über den Computer oder das Smartphone von Opfern heimlich Kryptowährung zu „schürfen“. Welche Anzeichen für Kryptojacking es gibt und was Sie dagegen tun können.

Was ist Kryptojacking und wie funktioniert es?

Beim „Kryptojacking“ (vom englischen „to hijack“ für „entführen“) schleusen Hacker versteckte Programme auf fremde Rechner ein, um anschließend heimlich deren Leistung zum „Minen“ zu benützen.

Die Programme laden sich die Opfer unwissentlich auf den Computer, indem sie bei­spiels­wei­se auf einen unbekannten Link in einer E-Mail klicken oder eine infizierte Website besuchen. Diese „Coin Miner“ werden dann von den Kriminellen verwendet, um Kryp­to­wäh­run­gen zu erstellen oder zu „minen“. Die Nutzung von Re­chen­leis­tung für diesen kriminellen Zweck erfolgt also ohne das Wissen oder die Zustimmung des Opfers.

Scheint das Problem auf den ersten Blick harmlos, kann das Stehlen der Re­chen­leis­tung für die Opfer von Kryptojacking nicht nur die Leis­tungs­fä­hig­keit des PCs oder Smartphones be­ein­träch­ti­gen, sondern auch mitunter hohe Kosten für die betroffenen Ein­zel­per­so­nen und Unternehmen verursachen, da das Coin-Mining viel Strom verbraucht.

 

Was sind Kryp­to­wäh­run­gen?

Kryp­to­wäh­run­gen sind digitale Ver­mö­gens­wer­te oder Zah­lungs­mit­tel, basierend meist auf einem dezentralen, stets verteilten und kryp­to­gra­fisch abgesicherten Zah­lungs­sys­tem. Ver­mö­gens­zu­schrei­bun­gen werden in der Regel in einer Blockchain festgehalten, Coins (digitale Münzen) oder Tokens können in eine Wallet – eine Art digitales Portemonnaie – übertragen werden. Zu den bekanntesten Kryp­to­wäh­run­gen gehören BitCoin, Monero und Ripple.

Sie entstehen – vereinfacht gesagt –, indem ein PC hoch-komplexe mathematische Aufgaben löst. Für jede Lösung bekommt man einen „Coin“ oder eine Einheit einer Kryptowährung auf seiner Festplatte gut­ge­schrie­ben. Normale Rechner benötigen für das sogenannte Schürfen (engl. „mining“) inzwischen mehrere Tage oder sogar Wochen, weil die Komplexität der Re­chen­auf­ga­ben mit der Menge an Kryptogeld zunimmt. Entsprechend viel Re­chen­leis­tung wird benötigt, um Kryp­to­wäh­run­gen zu erstellen. Das macht das „Hijacken“ von PCs, Smartphones, Tablets oder anderen Internet of Things-Ge­rä­ten (IoT-Geräten) für Cy­ber­kri­mi­nel­le lukrativ, denn es muss keine eigene, teure Hardware angeschafft werden.

 

Anzeichen für Kryptojacking

  • Eine merkliche Verlangsamung bzw. Abnahme der Ge­rä­te­leis­tung
  • Überhitzung des Geräts (oder Akkus) oder vermehrter Einsatz der Lüftung
  • Geräte, die aufgrund mangelnder verfügbarer Re­chen­leis­tung her­un­ter­ge­fah­ren werden
  • Verringerung der Produktivität Ihres Geräts oder Routers
  • Verringerte CPU-Leistung
  • Unerwartete Erhöhung der Stromkosten durch erhöhten En­er­gie­auf­wand

 

Wie kann man sich vor Kryptojacking schützen?

  • Stellen Sie ein oder mehrere der oben genannten Anzeichen fest, kontrollieren/prüfen Sie die Ressourcen auf Ihrem Computer (Ver­ar­bei­tungs­ge­schwin­dig­keit, Strom­ver­brauch)
  • Verwenden Sie Brow­ser­er­wei­te­run­gen, die das Coin-Mining blockieren
  • Verwenden Sie da­ten­schutz­ori­en­tier­te Adblocker
  • Installieren Sie die neuesten Soft­ware-Up­dates und -Patches für Ihr Be­triebs­sys­tem und alle Anwendungen – insbesondere Webbrowser & Co.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von Interpol (eng­lisch­spra­chig):

Cryptojacking

 

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